Wer trägt die Verantwortung? Eine Coaching-Stunde über Erwartungen

Wer trägt die Verantwortung? Eine Coaching-Stunde über Erwartungen
Warum Veränderung immer bei mir selbst beginnt – auch wenn ich das gerade nicht hören will.
Manchmal entstehen die besten Podcast-Folgen nicht aus einem geplanten Thema, sondern aus echter Frustration. So war es auch in meinem Gespräch mit Martin Weinbrenner.
Wir haben uns bei Conny Scheier auf der Scheierfeier kennengelernt. Zwei Menschen auf der Sonnenseite des Lebens, die sich sofort verstanden haben. Und dann kam die Idee: Lass uns doch mal zeigen, wie eine Coaching-Stunde wirklich abläuft. Live. Ungeschnitten. Mit einem echten Problem.
Mein Problem? IT-Dienstleister, die Zusagen nicht einhalten.

Wer ist Martin Weinbrenner?

Martin ist Unternehmer, Diplom-Wirtschaftsingenieur, Business Coach und begleitender Seelsorger. Er war Partnerbetreuer bei Cisco Systems und hat große IT-Projekte von innen gesehen.
Heute begleitet er mit seinem HeartBeat Business Institute Chefs und ihre Teams dabei, profitabel zu wachsen – mit Freude statt Druck.
Sein Ansatz: Menschen in ihrer Größe sehen. Fragen stellen, die wehtun. Nicht lockerlassen, bis die Erkenntnis sitzt.
Genau das hat er mit mir gemacht.
Warum Veraenderung immer bei mir selbst beginnt – auch wenn ich das gerade nicht hoeren will. visual selection-humanunternehmer

Die Frustration, die mich antrieb

Ich war geladen. Richtig geladen.
Egal welches Softwarehaus, egal welcher IT-Dienstleister – gefühlt weiß keiner, was Projektmanagement bedeutet. Alle spielen den Ball zurück. Keiner nimmt die Aufgabe an die Hand und führt sie zur Erledigung.
Mein Einkauf verbringt 75 Prozent seiner Zeit damit, nachzuhaken. 75 Prozent. Das ist Verschwendung. Das verletzt mich. Weil unser Geschäftsmodell auf Verlässlichkeit basiert.
Wenn wir sagen, die Halle ist Dienstag 15 Uhr fertig, dann ist sie Dienstag 15 Uhr fertig. Egal was passiert.
Warum können andere das nicht?

Die Frage, die alles verändert

Martin hat mich nicht in meiner Wut bestätigt. Er hat gebohrt.

„Wie erfolgreich ist denn deine aktuelle Strategie?”

Autsch.
Ich erkläre den Dienstleistern das große Bild. Ich sage, was ich erwarte. Ich kommuniziere klar. Und trotzdem funktioniert es nicht.
Martins Punkt: Ich kann niemals andere Menschen verändern. So wie es bei 18 Grad nicht schneit – egal wie sehr ich mit dem Fuß aufstampfe.

Recht haben ist so geil – und bringt nichts

Das war der Moment, der gesessen hat.
Ich wollte Recht haben. Ich wollte, dass die anderen Schuld sind. Weil Recht haben sich so verdammt gut anfühlt.
Aber Martin hat es auf den Punkt gebracht:

„In dem Moment, wo du Recht hast, setzt du die anderen ins Unrecht. Das ist kein Space, wo man gerne sich aufhält. Da rennt man weg.”

Solange ich in dieser Energie bin, passiert keine Veränderung. Nur Frustration.

Die Wahl, die ich jeden Tag habe

Martin hat es mit einem Eisladen verglichen:
Wähle ich Vanille oder Schokolade? Wähle ich den alten Gunnar, der urteilt und die anderen scheiße findet? Oder wähle ich den neuen Gunnar, der konstruktiv unterwegs ist und eine Welt will, die für alle funktioniert?
Diese Wahl habe ich jeden Tag. Jede Stunde. Jeden Moment.
Warum Veraenderung immer bei mir selbst beginnt – auch wenn ich das gerade nicht hoeren will. visual selection 1-humanunternehmer

Das Partnerrad: Ein Werkzeug für echte Zusammenarbeit

Im zweiten Teil hat Martin das LP3 Partnerrad rausgeholt – neun Dimensionen, an denen sich echte Partnerschaft messen lässt:
  1. Vertrauen – Basis für alles
  2. Geben und Nehmen – Balance in der Beziehung
  3. Offenheit – Was sage ich, was sage ich nicht?
  4. Gleiche Augenhöhe – Jeder ist gleich viel wert
  5. Kommunikation – Wann, wie, worüber?
  6. Gemeinsames Ziel – Wo wollen wir hin?
  7. Lösungsorientierung – Probleme oder Lösungen?
  8. Fachkompetenz – Können die, was sie sollen?
  9. Organisation – Halten wir, was wir versprechen?
Martins Vorschlag: Setz dich mit deinen Schlüsselpartnern zusammen. Lass jeden auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, wo ihr steht. Sammelt blind ein. Wertet aus. Und dann: Welche zwei, drei Handlungsfelder nehmt ihr euch vor?
Das schafft einen Rahmen, der nicht festlegt, was ihr tut – sondern wie ihr es macht.
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Was ich mitgenommen habe

Am Ende der Stunde war meine emotionale Lage eine andere.
Der Ärger? Weg. Obwohl ich ihn eigentlich noch behalten wollte. Ein bisschen schade sogar.
Aber genau das zeigt: Es funktioniert.
Nicht weil Martin mir gesagt hat, was ich tun soll. Sondern weil er Fragen gestellt hat, die mich in Frage gestellt haben. Und das führt zu eigenen Erkenntnissen.

So fühlt sich Coaching wirklich an

Für alle, die noch nie gecoacht wurden: Es tut nicht weh. Zumindest nicht körperlich.
Ein guter Coach vergewaltigt nicht. Er zwingt niemanden irgendwo hin. Er macht Angebote, über sich und die Situation nachzudenken. Er bietet alternative Sichtweisen an.
Und er hat Werkzeuge im Koffer, die dir helfen, die Kreuzschlitzschraube nicht mehr mit dem Schlitzschraubendreher reinzudrehen.

Zum Schluss

Wenn du dich fragst:
  • Warum frustrieren mich meine Dienstleister so?
  • Warum halten andere ihre Zusagen nicht?
  • Warum fühlt sich das alles so schwer an?
Dann fang nicht bei den anderen an.
Fang bei dir an.
Was wäre anders, wenn es leichter wäre?

5/5 - 1

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