So war es in meinem Gespräch mit Barbara Cabrera.
Wir sind über ein gemeinsames Unternehmernetzwerk zusammengekommen, haben uns kurz beschnuppert und schnell gemerkt: gleiche Wellenlänge. Barbara ist Unternehmensberaterin und Mentorin für Strategie, Nachfolge und Generationenübergang. Sie lebt in Nürnberg, arbeitet im gesamten deutschsprachigen Raum – und hat eine Karriere hinter sich, die viele als Traumziel bezeichnen würden.
Wer ist Barbara Cabrera?
Barbara hat ihre kaufmännische Ausbildung bis ins Topmanagement eines DAX-Konzerns geführt. Transformation und Change – das war ihr Ding, schon in der Anstellung. Projekte, die wirklich bewegten. Teams, die wirklich lieferten.
Irgendwann hat sie sich gefragt: Will ich das weiter für einen Konzern machen? Oder für alle?
Die Antwort kennt ihr ja.
Heute begleitet sie Gründerinnen und Gründer sowie Unternehmer:innen dabei, den Schritt von selbst & ständig zum echten Unternehmertum zu gehen – mit Struktur, Werten und einem klaren Blick auf die Zahlen.
Der warme Sessel, der gar nicht so warm war
Man stellt sich das immer so vor: gutes Gehalt, 30 Tage Urlaub, alles safe. Klingt komfortabel. Und von außen ist es das auch.
Von innen schaut es manchmal ganz anders aus.
Barbara hat mir erzählt, wie es sich wirklich anfühlt, als jüngste Frau in einem Führungsteam mit 15 Jahren Altersunterschied. Wie Strukturen entstehen, die einen nicht wachsen lassen – egal wie gut man ist. Und wie der Gedanke ich gründe selbst nicht plötzlich kommt, sondern jahrelang gärt.
Ihr erster Gründungsgedanke? 2017. Ihre tatsächliche Gründung? Jahre später.
Dazwischen lag keine Faulheit. Dazwischen lag Arbeit an sich selbst.
Der härteste Teil ist nicht der Businessplan
Das ist das Ding, das Barbara in dieser Folge sehr klar auf den Punkt bringt.
Viele denken, Gründen scheitert an fehlendem Kapital, an zu wenig Netzwerk, an einem unausgereiften Produkt. Stimmt alles manchmal. Aber der tiefste Einschnitt ist ein anderer:
Die innere Transformation, die nötig ist, um wirklich rauszugehen.
Barbara hat sechs Monate gebraucht – bewusst, intensiv – um ihre Glaubenssätze zu sortieren. Ihre Ängste anzuschauen. Zu entscheiden, welchen Preis sie bereit ist zu zahlen.
Und dann hat sie gegründet. Ohne Rückkehrgarantie. Ohne Lebenspartner als Absicherung. Mit Vertrauen in die eigene Kompetenz als einzigem Sicherheitsnetz.
Das klingt mutig. Das ist es auch. Aber es ist vor allem: ehrlich.
Werte sind kein Esoterik-Seminar
Wenn Barbara einen neuen Klienten oder eine neue Klientin begleitet, fängt sie nicht mit dem Businessplan an.
Sie fängt mit den Werten an.
Ich kenne das Gesicht, das dann entsteht. Das Stirnrunzeln. Die unausgesprochene Frage: Was soll der Baumkuschelkram jetzt bringen?
Aber hier liegt der Hund begraben. Wer seine Werte nicht kennt, nimmt in der Gründungsphase jedes Projekt an – weil er oder sie Geld braucht. Und füllt das Geschäft mit allem, was man eigentlich nicht will. Keine Zeit mehr für das, was man wirklich machen möchte. Kein Fundament, an dem man sich orientieren kann, wenn es eng wird.
Werte sind keine Dekoration. Werte sind Entscheidungswerkzeug.
Wann wird aus Selbstständigkeit echtes Unternehmertum?
Das war die Frage, die ich Barbara gegen Ende gestellt habe. Und ihre Antwort hat mich nachdenken lassen.
Es geht nicht um Umsatzzahlen. Es geht nicht um die Anzahl der Mitarbeitenden.
Es geht um den Weitblick. Denke ich heute, wie komme ich an 1.000 Euro? Oder denke ich: Wo soll dieses Unternehmen in drei Jahren stehen, welche Menschen brauche ich dafür, und welche Verantwortung bin ich bereit abzugeben?
Und dann noch etwas: Wer wirklich Unternehmer:in werden will, muss bereit sein, Kontrolle loszulassen. Nicht irgendwann. Schon beim ersten Schritt.
Wer das nicht kann – oder noch nicht kann – bleibt selbst und ständig. Was übrigens kein Urteil ist. Aber ein Unterschied, den man kennen sollte.
Was ich mitgenommen habe
Es hat Spaß gemacht, diese Folge aufzunehmen. Nicht weil alles einfach war – sondern weil Barbara auf keine einzige Frage eine einfache Antwort gegeben hat.
Sie hat Dinge gesagt, die wehtun dürfen. Dass Selbstständigkeit romantisiert wird. Dass viele gründen, ohne den Preis wirklich zu kennen. Dass innere Arbeit keine Option ist, sondern Voraussetzung.
Und gleichzeitig hat sie gesagt: Wer den Mut aufbringt, loszugehen – der findet einen Weg.
Das glaube ich auch.
Zum Schluss
Wenn du gerade überlegst, ob du gründest oder nicht – oder ob du mitten drin bist und dich fragst, ob du weitermachst:
Schreib keine Bewerbungen, bevor du nicht geprüft hast, was es mit dir macht. Und hol dir jemanden, der dir die richtigen Fragen stellt.
Nicht die bequemen.
Was wäre anders, wenn’s leichter wär?
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