Einfach machen – warum das Handwerk ein Festival und keinen Kongress braucht | Niklas Palm

Einfach machen – warum das Handwerk ein Festival und keinen Kongress braucht | mit Niklas Palm

Manchmal sitzt du jemandem gegenüber und denkst: Der ist völlig durchgedreht. Aber so durchgedreht, dass du direkt Bock kriegst, mitzumachen.

So war das mit Niklas Palm.

Wir haben uns über die HeroCon kennengelernt – oder genauer: über seinen Call for Speaker. Niklas ist Head of Whatever-Makes-Hero-Better bei Hero Software. Und seit Kurzem auch Gründer der HeroCon. Was das ist? Das erkläre ich gleich. Aber vorab: Ich hatte Mühe, das Gespräch irgendwann zu beenden.


 

Wer ist Niklas Palm?

Niklas hat sich irgendwann mal einen Bierbaum gepflanzt. Buchstäblich – er hat eine Firma gegründet, die Bierbäume verkauft. Dann kam Online-Marketing, dann Hero Software, dann die Idee, das Handwerk nicht nur mit Software besser zu machen, sondern auch als Branche sichtbarer, stolzer und vernetzter.

Seit vier Jahren kümmert er sich bei Hero Software um alles, was den Laden runder, geiler und zukunftsfähiger macht. Was das konkret heißt? Community aufbauen. Partnernetzwerke spinnen. Und jetzt: ein Event veranstalten, das das Handwerk noch nie gesehen hat.


 

Das Handwerker-Event, das keiner kannte

Niklas hat sich mal hingesetzt und überlegt, was es an Veranstaltungsformaten im Handwerk gibt.

Das Ergebnis war ernüchternd.

Messen, wo dir einer was verkaufen will. Kongresse, wo Theoretiker vor Praktikern in Konjunktiven reden. Communities mit viel Purpose und wenig Business. Barcamps, die nach 100 Leuten nicht mehr skalieren.

Und dann sagte sein Chef und Hero-Gründer Michael Kessler: „Mach das Barcamp in geil.”

Das war die Arbeitseinweisung.

Neun Monate später – von null auf Event – standen 784 Menschen im Signal Iduna Park in Dortmund. Davon 502 Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer. Davon 85% Geschäftsführer.

Das ist die HeroCon.


 

Festival statt Kinosaal

Was mich an der HeroCon so begeistert – und ich sage das nicht, weil ich da zufällig auch einen Slot habe – ist das Format.

Du kennst diese Konferenz-Erfahrung: Drei Stunden im Plüschsessel, Popcorn symbolisch, maximale Passivität. Abends bist du kaputt vom Nichtstun und kannst nicht mehr sagen, was du eigentlich mitgenommen hast.

Die HeroCon baut das anders.

Es gibt vier Bühnen. Sechs Workshop-Räume. Deep Dives, die zwei Stunden gehen. Panel-Diskussionen. Und als einzige Anforderung an alle Speaker: Was nehmen die Leute am Montag mit? Was setzen sie um?

Nicht: Was klingt gut auf der Bühne. Sondern: Was verändert etwas in der echten Welt?

Das ist ein Unterschied, der sich anfühlt.


 

Die Speaker bleiben da

Kleines Detail mit großer Wirkung: Alle 75 Speakerinnen und Speaker sind für beide Tage vor Ort.

Kein Auftritt durch den Hintereingang, Bühne, Abflug. Stattdessen eine Event-App, über die du Termine vereinbaren, Fragen stellen und in echten Austausch kommen kannst.

Ich persönlich kenne das Gefühl: Wenn ich irgendwo spreche, will ich von Anfang bis Ende dabei sein. Weil die Atmosphäre etwas mit mir macht. Weil ich höre, was die Leute vorher schon aufgesogen haben. Weil ich dann noch fünf Minuten vor meinem Auftritt Dinge umstelle, die nicht mehr passen.

Und danach? Da fängt das Gespräch erst richtig an. Wer früh abhaut, verschwendet den besten Teil.


 

Was wäre anders, wenn Handwerker sich ernstnehmen?

Einer der stärksten Momente im Gespräch war der, wo Niklas über den Spirit auf dem Event gesprochen hat.

Auf anderen Veranstaltungen, sagte er, wird gemeckert. Bürokratie ist scheiße, Fachkräfte fehlen, alles wird schwerer.

Auf der HeroCon war das anders. Die Leute haben nicht Probleme beschrieben, sondern Lösungen gesucht. Haben sich gegenseitig angestachelt. Sind mit konkreten Ideen nach Hause gegangen.

Niklas hat dafür einen Satz gesagt, den ich mir direkt gemerkt habe:

„Sich beschweren ist wie schaukeln. Du bist beschäftigt – aber du kommst nicht voran.”

Ich wünschte, das hätte ich erfunden.


 

Das Handwerk und die Work-Life-Balance

Wir sind dann auf ein Thema gekommen, bei dem wir beide wenig Geduld haben: Work-Life-Balance.

Niklas bringt das auf den Punkt: Dieser Begriff setzt voraus, dass Arbeit und Leben getrennte Dinge sind. Sind sie nicht. Wann immer wir wach sind, arbeiten wir. Wann immer wir arbeiten, leben wir.

Wenn du balancieren musst, stimmt wahrscheinlich schon was nicht.

Und das Handwerk versteht das intuitiv. Du siehst, was du schaffst. Der Schrank steht da. Das Haus ist dicht. Der Kunde ist glücklich. Du musst nicht auf einem Purpose-Retreat fragen, ob deine Arbeit Sinn ergibt.

Sinn entsteht nicht durch Nabelschau – sondern durch Handwerk.


 

2025: 784 Menschen. 2026: 2.000.

Das Ziel für dieses Jahr ist klar: 2.000 Besucherinnen und Besucher, 1.500 davon aus dem Handwerk. Am 12. und 13. Juni im Signal Iduna Park in Dortmund.

Und als wäre das nicht genug, integriert die HeroCon in diesem Jahr eine Berufsbildungsmesse. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Dortmund, der IHK und der Arbeitsagentur kommen mindestens 1.000 Schülerinnen und Schüler dazu. Weil das Problem mit dem Fachkräftemangel nicht gelöst wird, wenn Handwerker unter sich darüber reden.

Außerdem: Anreise mit dem Mannschaftsbus von FC Bayern, St. Pauli, Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und anderen. Wer schon immer mal im Original-Teambus seines Lieblingsvereins nach Dortmund fahren wollte – jetzt geht’s.


 

Was ich mitgenommen habe

Niklas hat in diesem Gespräch etwas gesagt, das sich nach Haltung anfühlt:

Er möchte niemanden bekehren. Er will nicht, dass Leute hingehen, weil sie überredet wurden. Er will, dass sie hingehen wollen.

Das ist ein Unterschied. Und genau dieser Unterschied ist es, der Events langfristig trägt.

Ich bin dabei. Nicht weil ich muss – sondern weil ich genau diesen Typ Mensch treffen will. Menschen, die nicht nur reden, sondern machen. Die Fehler einrechnen, weil sie wissen, dass Perfektion der größte Feind des sehr Guten ist. Die sich gegenseitig nicht bremsen, sondern anstacheln.

Das Handwerk hat so ein Event verdient.


 

Zum Schluss

Wenn du ein Handwerksunternehmen führst – egal ob drei Leute oder dreißig – und du noch überlegst ob das was für dich ist:

Überleg nicht mehr.

Tickets gibt es unter hero-con.de. Und tu dem Veranstalter einen Gefallen: Entscheid dich früh. Nicht weil der Rabatt lockt – sondern weil Veranstalter, die solche Dinge auf die Beine stellen, Planungssicherheit verdienen.

Was wäre anders, wenn’s leichter wär?

 
 
 
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