Warum echte Arbeitgebermarke nichts mit Obstkörben zu tun hat – und alles mit Haltung, Kommunikation und Teilhabe.
Manchmal entstehen die besten Gespräche nicht aus einem Interviewleitfaden, sondern aus ehrlicher Neugier. So war es auch in meinem Podcast-Gespräch mit Kathrin Post-Isenberg.
Wir haben sehr schnell gemerkt: Uns treibt dieselbe Frage um.
Warum verlassen Menschen Unternehmen – obwohl doch überall über Arbeitgebermarke, Benefits und Recruiting geredet wird?
Die kurze Antwort:
Weil viele versuchen, außen zu reparieren, was innen kaputt ist.
Von Stein, Staub und Selbstständigkeit
Katrin kommt aus dem Handwerk. Steinmetzmeisterin. Eigener Betrieb. Mitarbeitende. Ausbildung.
Neun Jahre Selbstständigkeit. Dann kam das Leben. Kinder. Grenzen. Und die ehrliche Erkenntnis: Nicht alles lässt sich gleichzeitig stemmen.
Was geblieben ist? Der Blick für Menschen. Für Gemeinschaft. Für das, was Arbeit mit uns macht.
Heute begleitet Katrin Unternehmen dabei, ihre Arbeitgeberattraktivität zu entwickeln – von innen nach außen. Nicht als Marketingprojekt. Sondern als Kulturarbeit.
Arbeitgebermarke ist kein Marketingthema
Ein Satz aus unserem Gespräch bringt es auf den Punkt:
„Wenn es innen stinkt, stinkt es auch nach außen.“
Employer Branding scheitert nicht an schlechten Stellenanzeigen. Es scheitert an fehlender Ehrlichkeit.
Denn:
- Social Media ist nur ein Lautsprecher.
- Recruiting ist nur ein Symptom.
- Benefits sind keine Bindung.
Die eigentliche Arbeit beginnt viel früher.
Stopf zuerst das Leck
Ich nenne es gern so: Stopf das Leck.
Wenn niemand gehen will, brauchst du niemanden suchen.
Katrin sieht das genauso:
- Wer gute Arbeit leisten kann,
- wer sich gesehen fühlt,
- wer mitentscheiden darf,
…der bleibt.
Und bringt andere mit.
Die wichtigste Führungsfrage
Eine Frage zieht sich wie ein roter Faden durch unser Gespräch:
„Was brauchst du, um hier einen wirklich guten Job machen zu können?“
So simpel. So gefährlich.
Gefährlich, weil:
- du zuhören musst.
- du reagieren musst.
- du auch Nein sagen musst.
Viele Führungskräfte stellen diese Frage nicht, weil sie Angst vor der Antwort haben.
Dabei liegt genau dort der Hebel.
Kommunikation ist keine Smalltalk-Übung
„Wie geht’s?“ reicht nicht.
Gemeint ist echte Kommunikation:
- Interesse.
- Zuhören.
- Verstehen wollen.
Nicht analysieren. Nicht rechtfertigen. Nicht verteidigen.
Sondern: Menschen ernst nehmen.
Generationen clashen nicht – sie zeigen Unterschiede
Ein spannender Teil unseres Gesprächs: Der Blick auf Generationen.
Jüngere Menschen fordern heute Dinge ein, die ältere nie eingefordert haben:
- Sinn.
- Flexibilität.
- Mitsprache.
Das ist kein Fehler im System. Das ist ein Feature.
Die Herausforderung liegt nicht bei der Jugend. Sondern bei der Führung.
Teilhabe schlägt jeden Benefit
Aus meiner eigenen Erfahrung:
Bindung entsteht nicht durch Geld. Nicht durch Prämien. Nicht durch Einmalzahlungen.
Bindung entsteht durch:
- Information – alles wissen dürfen.
- Entscheidung – mitgestalten dürfen.
- Verantwortung – ernst genommen werden.
Alles andere ist Beilage.
Rituale, die verbinden
Es sind oft die einfachen Dinge:
- gemeinsame Frühstücke
- feste Austauschformate
- kurze Morgenrunden
- echte Begegnung
Nicht als Pflicht. Sondern als Einladung.
Und ja: Manchmal sagt der leere Hof nach Feierabend mehr als jede Mitarbeiterbefragung.
Von innen nach außen – oder gar nicht
Katrins klare Haltung:
„Bevor du über Außenkommunikation nachdenkst, muss es innen stimmen.“
Denn: Wenn es innen gut ist, sprechen die Menschen draußen für dich.
Dann kommen Bewerbungen von allein. Dann wird Arbeitgebermarke glaubwürdig.
Führung ist lernbar – aber nicht delegierbar
Was bleibt aus diesem Gespräch?
Führung ist keine Rolle. Führung ist eine Haltung.
Und: Niemand muss das allein schaffen.
Sich Unterstützung zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern von Verantwortung.
Zum Schluss
Wenn du dich fragst:
- Warum gehen Menschen?
- Warum kommt keiner nach?
- Warum fühlt sich Führung schwer an?
Dann fang nicht beim Marketing an.
Fang bei dir an.
Was wäre anders, wenn es leichter wäre?
5/5 - 1
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